Rumänien Urlaub

Unser Rumänien Urlaub mit dem Motorrad

(Zeitraum: 07. bis 16. September 2019)

Wie kommt man auf die Idee, einen Urlaub mit dem Motorrad in Rumänien zu verbringen?

Als erstes muss ich zugeben, dass die Idee leider nicht von mir ist. Darauf gekommen ist mein Schwager Thomas. Der letztendliche Hinweis kam allerdings von Motourismo, ein Newsletter in dem wir eingetragen sind als Kunden von Louis, dem Motorradausrüster.

Hier die Tourenbeschreibung:

https://www.motourismo.com/de/listings/1383-8-tage-karpaten-highlight-tour-fuer-selbstfahrer

Überzeugt war ich schon, als ich das erste Bild gesehen habe mit den Bären auf dem Parkplatz!

Auf geht’s.

Morgen früh geht es los. Heute Abend werden noch die Motorräder auf den Hänger verladen und dann geht es ab über Wien bis nach Timisoara in Rumänien. Dort werden wir Sonntag abend ankommen und am Montag früh geht es los mit der ersten Etappe. Ich freue mich schon. 😀🏍

So, verladen! 😎👍🏻

Morgen früh um 7 geht es los.

07. September 2019

Ganz unspektakulär verlief die Fahrt heute bis kurz hinter der österreichischen Grenze. Wir sind jetzt in Ungarn, in Mosonmagyarovar. Haben eine schöne Pension gefunden und waren gerade ungarisch essen. Lassen den Abend jetzt mit einer Flasche Tokajer ausklingen.

 

 

 

8. September 2019

Auch heute sind wir sehr gut durch gekommen. Ankunft in Timişoara war etwa 16:00 Uhr Ortszeit, also mit 1 Stunde Zeitverschiebung. Das Hotel ist prima, mit Pool und Spa. Die Motorräder 🏍 sind abgeladen. Es kann also morgen früh los gehen. Wir freuen uns schon sehr.

PS: An der Grenze zu Rumänien mussten wir sogar unsere Ausweise vorzeigen! 😳

9. September 2019

Die erste Etappe haben wir gemeistert. Nach dem Frühstück ging es etwa 50 km auf einer Landstraße entlang. Dann fingen schon die ersten Kurven an. Richtig spannend wurde es nach der Stadt Resita. Bei dieser Strecke handelt es sich um die „Transalpina des Banat“, die kleine Schwester der „Transalpina“.

Es ging gefühlt 25 km Berg auf und 25 km Berg ab, das alles voller Serpentinen. Es war eine sehr coole Strecke, größtenteils durch den Wald. Eine kleine Herausforderung waren die vielen Äste, die auf der Straße lagen, und in den Ortschaften die vielen Hunde. Da muss man immer aufpassen, dass sie einem nicht vors Motorrad springen.

Bei einer kurzen Trinkpause gab es echtes Karpaten-Wasser!

Außerdem war es sehr, sehr windig. Gut, dass die Motorräder (und auch wir) so schwer sind. 😂😂😂

Jetzt sind wir in Eselnita angekommen, direkt an der Donau. Das ist mal ne Aussicht!!!

Auch das Wetter passt, wir sind ohne nass zu werden, angekommen.

Original rumänischer Aufstrich, warm serviert, mit viel Zwiebeln, Tomaten und Paprika, mit Speck verfeinert.

10. September 2019

Da es heute erst ab 8:30 Uhr Frühstück gab, haben wir beschlossen, schon vor dem Frühstück einen kleinen Ausflug zu machen und haben den Debecal besucht.

 

Hier der link

Ansonsten verlief eher unspektakulär. Wir sind durch einige Dörfer durchgekommen, wo das Leben noch sehr ursprünglich ist. Da fällt einem der Spruch ein: „Hier sieht es ja aus wie in der Walachei.“

Das Witzige ist, diese Gegend heißt ja wirklich so. Die Walachei.

(Damit ist auch der Bildungsauftrag für heute beendet. 😂😀😳)

Die Straßen, die wir bis jetzt gefahren sind, sind nicht wirklich schlechter als bei uns. Natürlich muss man immer aufpassen. Heute mussten wir auch mal eine Kuh durch lassen, die über die Straße wollte.

An Sehenswürdigkeiten gab es heute ein Kloster, das war ganz o. k. Auf dem Rückweg haben wir eine Beerdigung sehen können mit Umzug durch ganze Dorf. Wahrscheinlich eine Zigeuner – Beerdigung mit Musik und allem Tamtam. Der Verstorbene war auf einem Wagen aufgebahrt und wir konnten sogar von der Seite aus sein Gesicht sehen. Es war wahrscheinlich einbalsamiert. Das war schon ziemlich interessant.

Hier in Targu Jui hatten wir noch etwas Zeit. So konnten wir uns zwei Sehenswürdigkeiten ansehen, zum einen den Tisch des Schweigens und zum anderen das Tor des Kusses.

11. September 2019

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Transalpina. Es handelte sich dabei um gefühlt 80-100 km mit Serpentinen. Berg auf Berg ab bei verschiedenen Belägen, verschiedenen Straßenverhältnissen wie zum Beispiel Schlaglöcher, Sand und Kies, unerwartete Baustellen hinter einer Kurve.

Aber auch schon die An- und Abfahrt zur beziehungsweise von der Transalpina war sehr kurvenreich. Die Fahrt war ziemlich anspruchsvoll, aber auch wunderwunderschön. Man kann es gar nicht in Worte fassen, und auch die Bilder geben nur ansatzweise wieder, welch wunderbare Gegend das hier ist.

Ein Händler-Dorf fast am Gipfel

Buntes Markttreiben an der Transalpina

Ein Süppchen zur Stärkung

Fast da.

Den Abend lassen wir jetzt entspannt ausklingen, wir wohnen auf einem Bauernhof und ich rieche auch schon das Essen, das für uns zubereitet wird.

Hier noch ein kurzer Nachtrag zum gestrigen Abend: es kam hier auch noch eine andere Bikertruppe an, 7 Fahrer plus Guide. Die machen hier eine geführte Tour, aber mit etwa 50 % Offroad-Anteil. Wir haben uns nett unterhalten und auch ein paar Bilder und Videos angesehen. Sehr spannend.

 

12. September 2019

Die heutige Fahrstrecke war mit etwa 3 Stunden relativ kurz, aber so haben wir genügend Zeit, die Stadt Bran zu erkunden. Das Highlight ist natürlich Draculas Schloss. Wir sind gespannt.

Das Schloss war sehenswert. Aber es ist schon alles sehr stark touristisch angehaucht hier. Im Schloss konnte man kaum treten, weil so viele Menschen da waren. Weiterhin gibt es hier ein Händler Dorf, wo einheimische Händler ihre Waren ausstellen. Das war ganz nett.

In einer der vielen Gaststätten haben wir dann zu Abend gegessen und freuen uns jetzt schon auf morgen. Dann geht es zur Transfăgărășan.

 

13. September 2019

Hier noch ein wunderschönes Bild von Draculas Schloss direkt vom Balkon unseres Hotelzimmers.

Nach einer gut zweistündigen Anfahrt war es dann soweit. Die Transfagarasan war erreicht. Die Bilder sprechen für sich.

Schließlich haben wir den Gipfel erreicht. Ein etwa 1 km langer Tunnel war noch zu durchqueren.

Oben angekommen haben dann die Karpaten ihren Tribut gefordert. Beim Anhalten Berg ab ist das Motorrad über den Seitenständer gerutscht und dann lagen wir beide da. Gottseidank ist nichts passiert. Aber wir haken das ab als Feuertaufe.

Die Abfahrt verlief ohne Komplikationen, war allerdings genau wie der ganze Tag sehr anspruchsvoll. Alles in allem können wir sehr dankbar sein, dass wir beide Pass-Straßen bei so wunderbaren Wetter erleben durften.

Unser vorletzter Stopp hier in Rumänien war heute Sibiu. Wir haben die Lügenbrücke gesehen. Die Innenstadt ist auch sehr schön. Morgen geht es dann zurück zum Ausgangspunkt nach Timisoara.

14. September 2019

Heute ist der sechste und letzte Tag, an dem wir Rumänien mit dem Motorrad erleben dürfen.

Dieses Land ist wirklich wunderschön, mit teilweise noch unberührter Natur. Und wie auch schon in meinem Artikel über Thailand geschrieben, sind die ganzen Vorurteile völlig aus der Luft gegriffen. Natürlich muss man sich als Tourist anpassen und Land und Leute so akzeptieren, wie sie sind.

Wir sind schon gespannt, was uns der letzte Tag bringen wird.

So ungefähr sieht ein typisches Dorf aus.

Und wir mittendrin…

Gegen 14:00 Uhr sind wir wieder am Ausgangsort angekommen. Nachher geht es wieder ans Verladen der Motorräder 🏍 und dann kann es morgen Früh wieder losgehen Richtung Heimat.

Vorher sehen wir uns noch Timisoara an. Laut Reiseführer soll es ziemlich verfallen sein, das können wir aber nicht bestätigen. Viele alte barocke Häuser. Und schon wirklich viele davon saniert. Immerhin soll Timisoara 2021 Kulturhauptstadt Europas werden.

Ich kann mich nur wiederholen: ein sehr schönes Land.

In den Parks gibt es noch reichlich Springbrunnen. Das sucht man bei uns leider vergebens.

Und hier noch ein herrlicher Biergarten an der Bega.

15. September 2019

Heute geht es Richtung Heimat. Wir wollen es heute bis hinter Wien schaffen und morgen dann den Rest.

So, die Motorräder sind verladen.

Wir haben es bis hinter Wien geschafft, sogar bis hinter Linz beziehungsweise kurz vor Passau. Haben hier einen Landgasthof gefunden, mit Hasen, Katzen und Alpakas.

 

Die Rückreise am letzten Tag verlief problemlos. Ein kleiner Wermutstropfen war das Wetter bei der Ankunft. Es regnete. So bin ich die letzten 60 km von Zeitz zurück nach Halle bei etwa 13 °C und Regen zurückgefahren. Aber die Sachen waren dicht und kalte Hände hatte ich auch nicht, dank Griffheizung…

Ein Hoch auf die Technik!

Zurück in der Garage.

Alles in allem ein sehr faszinierender und kurzweiliger Urlaub, den ich nur weiter empfehlen kann. Man kann die Strecke sicherlich auch mit dem Auto zurücklegen.

 

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